Die Besonderheit des Problems der palästinensischen Flüchtlinge
Der arabische Versuch, den soeben gegründeten Judenstaat zu vernichten, machte Hunderttausende zu Flüchtlingen. Seither sind sechzig Jahre vergangen, und die Nachkommen der 1948 Geflohenen beziffern sich auf Millionen, Enkel und Urenkel bereits, aber immer noch Flüchtlinge. Das muß nicht so sein. Seit 1948 hat es Dutzende von „Flüchtlingsproblemen“ gegeben, Millionen sind in Europa, Afrika und Asien aus ihren Heimatländern geflohen, allesamt später als die palästinensischen Araber, aber sie sind heute keine Flüchtlinge mehr. Sie ließen sich von der UNO und von den Aufnahmeländern helfen oder halfen sich selbst und wurden zu gewöhnlichen Bürgern ihrer neuen Heimatländer. Während dieser ganzen Zeit wurde auch nicht ein einziger Palästinaflüchtling von der Zahl der Flüchtlinge abgezogen, weil er in einem Land der Welt eingebürgert wurde. Im Gegenteil wird die Zahl der Flüchtlinge von Jahr zu Jahr nur immer größer, und immer neue Generationen verstärken das Lager des Elends, der Verzweiflung und des Hasses.
Die UNRWA und die Verewigung des Flüchtlingstums
Der Hauptgrund dafür, daß die Flüchtlinge in allen diesen Jahren nicht ins volle Menschenleben entlassen worden sind, ist der, daß ihre erbärmliche Lage den palästina-arabischen Mordbrennerbanden in die Hände spielt. Die PLO und die „palästinensische Behörde“ mästen sich an diesem Problem, und wie sie benutzt die ganze arabische Welt die Bewahrung des Flüchtlingstums als Rammbock gegen die Rechtmäßigkeit des Staates Israel. Auch Israel hat das Problem – in der Befürchtung, daß seine Erwähnung die Frage des „Rechtes auf Rückkehr“ wieder auf den Tisch bringen könnte – lieber nicht zu lösen versucht.
Die Geschichte der UNRWA ist typisch für dieses Phänomen der Verewigung des Flüchtlingstums:
Zwei UNO-Behörden teilen sich in die Flüchtlingsfürsorge: Der United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) kümmert sich um die Flüchtlinge der ganzen Welt, und die arabischen Palästinaflüchtlinge von 1948 umsorgt die United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA). Der Unterschied zwischen den beiden ist einfach: Der UNHCR zielt darauf ab, die Flüchtlinge zu nützlichen Gliedern der Gesellschaft in ihren Gastländern zu machen.
Das Hilfswerk UNRWA dagegen darf die von ihm betreuten Flüchtlinge nicht auf eigene Beine stellen und zu Bürgern machen. Seine Aufgabe beschränkt sich auf die „Unterhaltung“ der Flüchtlinge von 48 bei Erhaltung ihres Status als Flüchtlinge.
Die UNRWA ist es auch, die vor allem die Flüchtlingslager instand hält. Daß es diese Lager überhaupt noch gibt, sechzig Jahre nach dem Krieg, der sie verursachte, ist in menschlicher Hinsicht eine Schande, und auch eine schwere Bedrohung der Sicherheit und des Friedens im vorderen Orient. Diese Lager sind Brutstätten des Terrorismus. Aus ihnen wächst der Wille zum blutigen Wüten, dort finden sich die Schreckensrotten zusammen, und dort finden sie Unterschlupf.
Eine humane Lösung des Flüchtlingsproblems
Das Flüchtlingsproblem aus der Welt zu schaffen, muß ein Hauptbestandteil jeder einvernehmlichen Regelung sein. Israel ist verpflichtet, alles zu tun, was es kann, um das Problem des Flüchtlinge von 48 endlich zu lösen, und von der internationalen Gemeinschaft zu fordern, daß sie sich daran beteiligt. Die Lösung muß mit der Abschaffung der UNRWA beginnen, die das Flüchtlingstum verewigt, und fortfahren mit der Aufstellung eines großzügigen Entschädigungsplanes für alle palästinensischen Flüchtlinge, denen die Möglichkeit gegeben werden soll, als Staatsbürger in einer Reihe von Auswanderungszielländern unterzukommen und ein neues Leben anzufangen. Es muß betont werden, daß dieses der Wille der Mehrheit der palästinensischen Flüchtlinge ist, wie aus zuverlässigen Umfragen unter ihnen in jüngster Zeit erhellt. Die neue Wirklichkeit im vorderen Orient macht die Lösung des Flüchtlingsproblems auch zu einem Anliegen der arabischen Welt.
Im Zuge der Flüchtlingsrehabilitierung und entschädigung werden die Flüchtlingslager nach und nach abgerissen und so die von ihnen ausgehende Bedrohung und die Schande ihres Bestehens beseitigt.
Wer soll das bezahlen?
Milliarden werden alljährlich in den israelisch-palästinensischen Streit geschüttet – amerikanische Dollars, die in den regionalen Rüstungswettlauf fließen; Riesensummen aus Europa, die auf Konten der „palästinensischen Behörde“ geleitet werden; und ungeheure Geldmassen aus dem israelischen Staatssäckel, die auf den Trennzaun, die „Abkoppelung“ und die „Stärkung“ Abu Masens verwendet werden.
Die USA, Europa und Israel können gemeinsam mit den arabischen Ölscheichtümern die Flüchtlinge nicht nur für das im Krieg von 48 unwiederbringlich Verlorene entschädigen, sondern ihnen eine so reichliche Existenzstarthilfe mitgeben, daß eine ganze Reihe von Ländern sie als bemittelte Zuwanderer mit offenen Armen aufnehmen und als neue Bürger begrüßen werden. Dort liegt ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft.